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Promotionen - Kooperativ

29.03.2022 | Promotionsstipendium: Gute Chancen für Kandidat*innen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften!

Gute Nachrichten für Absolvent*innen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), für diejenigen, die mit HAW-Beteiligung kooperativ promovieren (möchten), oder auf die Option hoffen, bald am Promotionskolleg NRW bei HAW-Professor*innen promovieren zu können! Diese Zielgruppen fühlten sich von der Option "Promotionsstipendium" bisher teils wenig angesprochen, da sie befürchteten, dass die Besonderheiten ihres Lebens-, Bildungs- und Berufswegs bei der Bewerbung nachteilig sein könnten. Mit diesem Mythos räumten Vertreter*innen und Stipendiat*innen vieler großer Förderwerke am 29.03.2022 bei der Online-Informationsveranstaltung "Stipendien – Starke Netzwerke und Finanzierung für kooperativ Promovierende" auf.

Individuelle Wege wertgeschätzt

Der Tenor der Förderwerke lautete, dass sie Menschen fördern möchten, die bisher sehr gute oder gute akademische Leistungen erbracht haben, vielversprechende Promotionsprojekte verfolgen und sich für die Gesellschaft engagieren – unabhängig davon, ob sie den klassischen universitären Bildungsweg gegangen sind oder an einer HAW studiert und eventuell davor einige Zeit in der Praxis gearbeitet haben. Auch auf die persönliche Lebenssituation wird im Auswahlprozess Rücksicht genommen, sei es auf biographische Besonderheiten oder in Bezug auf Kindererziehung, Pflege von Angehörigen sowie eigene Krankheit oder Behinderung.

Mut zur Bewerbung

Die Teilnehmenden wurden bestärkt, sich über die Förderwerke zu informieren und sich bei denen, deren Kriterien sie erfüllen und deren Werte sie teilen, unbedingt zu bewerben. Eine Liste der 13 Begabtenförderungswerke in Deutschland sowie viele hilfreiche Informationen finden sich unter: www.stipendiumplus.de. Auch die Homepages der Förderwerke selbst sind sehr informativ. Mit 16,4 Millionen Euro im Jahr (Stand: 2019) fördern sie Promotionen. Die Stipendiat*innen ermutigten dazu, bei offenen Fragen die Förderwerke direkt anzusprechen, denn man sei dort sehr zugewandt und hilfsbereit.

Ideelle Förderung und Netzwerke

Neben der finanziellen Förderung, die sich im Bedarfsfall um Familienzuschläge und Auslandsförderung erweitern lässt, gibt es eine ideelle Förderung. Promovierende vernetzen sich untereinander sowie mit der Scientific Community und erhalten vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung. Stipendiat*innen berichteten begeistert sowohl vom fachlichen als auch vom persönlichen Austausch, den die Anbindung an ihren jeweiligen Förderer ermöglicht.

Stipendium und Berufstätigkeit

Überrascht waren einige von der Information, dass sich Stipendien in der Regel mit einer beruflichen Tätigkeit in begrenztem Umfang (max. mit einer 25% Stelle (10h/Woche) in der Forschung oder max. 5h außerhalb der Forschung) kombinieren lassen, sodass die eigenen Chancen zur fachlichen Vernetzung und zur finanziellen Bewältigung der Promotionsphase weiter wachsen können.

Rechtzeitig planen

Da der Auswahlprozess einige Monate in Anspruch nimmt, sollten sich Interessent*innen frühzeitig überlegen, ob und bei welchen Förderwerken sie sich gegebenenfalls auf ein Promotionsstipendium bewerben möchten.
Im Rahmen der Veranstaltung gab es mit Vorträgen zum Exposee und zum Motivationsschreiben konkrete Impulse zur Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen. Die wichtigsten Grundregeln: Unbedingt die formellen Vorgaben des potenziellen Stipendiengebers einhalten, immer den Bezug zu dessen Idealen herstellen und selbstbewusst sein bezüglich der eigenen Leistungen.

Gemeinsam kooperativ Promovierende stärken

Mit 165 Teilnehmenden war die Veranstaltung gut besucht. Vertreter*innen mehrerer Trägerhochschulen des Promotionskollegs NRW hatten bereits zum zweiten Mal dazu eingeladen, nachdem das Format bereits im Vorjahr viel Interesse geweckt hatte. Auch das Promotionskolleg NRW unterstützte die Veranstaltung tatkräftig. "Wir brauchen die Kompetenzen promovierter Menschen aller Fächer, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern", kommentierte Prof. Dr. Martin Sternberg, Vorsitzender des Promotionskollegs NRW, in seinem Grußwort. Promotionsstipendien könnten in Zukunft mehr Interessierten von HAW diesen Weg ermöglichen.

 

Die 13 Förderwerke in Deutschland

 

(Text: Esther Kronsbein, Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe)