GI NRW

Graduierteninstitut

Promotionen - Kooperativ

Medien und Interaktion. Gemeinsame Perspektiven von Professor*innen und Doktorand*innen (Vortragsreihe)

 

Im Sommersemester 2022 präsentiert die Abteilung Medien und Interaktion des PK NRW die Online-Vortragsreihe "Medien und Interaktion. Gemeinsame Perspektiven von Professor*innen und Doktorand*innen", in der Professor*innen-Promovierenden-Tandems gemeinsam aktuelle Forschungsprojekte vorstellen und hierbei Bezug auf die Begriffe "Medien" und "Interaktion" nehmen.

Eingeladen sind alle, die sich für aktuelle Entwicklungen in der Medienforschung interessieren.

Weitere Informationen zu den Vorträgen (Abstracts) werden in Kürze hier veröffentlicht.

Für die Teilnahme an einem Vortrag ist eine kurze Anmeldung (Angabe von: Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse) notwendig; bitte verwenden Sie hierfür den unter dem jeweiligen Vortrag angegebenen Anmeldungslink. Die Links zum (Zoom-)Meeting-Raum werden am Tag des Vortrags versendet.*

19.05.2022, 18:00–19:00 Uhr

Conversational Agents im (Studierenden)Coaching – Interaktions- und Reflexionsprozesse gestalten mit dem StudiCoachBot der TH Köln

Prof. Dr. Anja Richert & Vanessa Mai (TH Köln)

Anmeldung

Der Vortrag befasst sich mit dem Einsatz von Conversational Agents – hier konkret Chatbots – als digitales Selbst-Coachingtool in der Hochschullehre. Es wird der Frage nachgegangen, wie Interaktions- und Reflexionsprozesse mit einem Coaching Chatbot wirksam gestaltet werden können. Das Thema ist interdisziplinär angesiedelt an der Schnittstelle von Coaching(Wirksamkeits)forschung, Conversational AI und Chatbotdesign sowie Hochschuldidaktik.

Im ersten Teil des Vortrags werden Einsatzfelder von Coaching Chatbots in Hochschule und Unternehmen vorgestellt, um daran anschließend Potentiale, Herausforderungen und Voraussetzungen zum Chatbot-Einsatz zu skizzieren. Es wird dargestellt, welche konzeptionellen Schritte bei der Entwicklung eines Conversational Agents berücksichtigt werden müssen und weshalb dies idealerweise als interdiszplinärer Co-Kreationsprozess gestaltet wird. Aus technischer Sicht werden verschiedene Gestaltungsprinzipien für Converational Agents vorgestellt (regel- vs. intent-basierte Systeme).

Im zweiten Teil werden die vorangegangenen Ausführungen am Beispiel des StudiCoachBots der TH Köln konkretisiert. Für den Anwendungsfall Prüfungsangst wird an der TH Köln derzeit ein Coaching Chatbot in der Conversational AI Rasa entwickelt, der durch eine strukturierte Coaching-Interaktion Reflexionsprozesse bei Studierenden anregen soll. Es werden Einblicke in die Interaktion und Programmierung des StudiCoachBots gegeben sowie Forschungsergebnisse zu Wirksamkeit und Akzeptanz der Interaktion vorgestellt. Die Ergebnisse werden in den aktuellen Forschungsdiskurs zur Media Equation Theory und zum CASA-Paradigma eingeordnet. Der Vortrag endet mit einem Ausblick zur Zukunft von Conversational Agents im (Studierenden)Coaching.

02.06.2022, 18:00–19:00 Uhr

Vom Umgang mit Medien in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe und Internaten - Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt "DigiPäd 24/7"

Prof. Dr. Angela Tillmann & André Weßel (TH Köln)

Anmeldung

Mediatisierung und Digitalisierung führen zu grundlegenden Veränderungen in Bildungsorganisationen – so auch in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe und Internaten. Frühe Forschungsarbeiten haben erste Hinweise dafür geliefert, dass Kinder und Jugendliche, die dort rund um die Uhr ("24/7") betreut werden, wenig Zugang zu digitalen Medien und somit kaum Gelegenheiten für Medienbildung haben, sodass die Gefahr der Re-/Produktion sozialer Ungleichheit droht. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF-geförderte Projekt "DigiPäd 24/7 – Digitalisierung in Heimen und Internaten" der TH Köln und der Universität Hildesheim mit einem multimethodischen und multiperspektivischen Ansatz untersucht, wie in 24/7-Einrichtungen in Deutschland der analog-digitale Alltag erlebt und gestaltet wird.

Im Vortrag werden wir, unter Bezugnahme auf die Mediatisierungs-, Mediensozialisations- und Heimforschung und Teilergebnisse des Projekts, eine Grounded-Theory-Analyse vorstellen, in der das Medienhandeln junger Menschen in einer sozialpädagogischen Institution auch als ein Verselbstständigungsprozess rekonstruiert werden kann. Die Studie eröffnet damit nicht nur eine neue Perspektive auf das Medienhandel junger Menschen in 24/7-Einrichtungen, sie trägt auch zur Aktualisierung sozialökologischer Ansätze in der Mediensozialisationsforschung bei, die angesichts der medientechnologischen Entwicklungen und raum-zeitlichen Entgrenzungen der Mediennutzung vermehrt in die Kritik geraten sind.

09.06.2022, 18:00–19:00 Uhr

Technik – Gender – Journalismus: Neue Perspektiven in der Technikkommunikation

Prof. Dr. Susanne Keil & Juliane Orth (HS Bonn-Rhein-Sieg)

Anmeldung

Diesen Vortrag haben Sie verpasst

12.05.2022, 18:00–19:00 Uhr

Decolonize your Professor: Zur Bedeutung von Narrativen in der Hochschulbildung – erläutert am Beispiel der Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Tobias Schmohl & Nina Schmulius (TH Ostwestfalen-Lippe)

Anmeldung

"Vom Tellerwäscher zum Millionär" werden oder ein "Selfmade-Man" sein: Narrative reduzieren mit figurativer Sprache komplexe Themen und Vorgänge zu einfachen, verständlichen und anschaulichen Bildern. Sie verleihen sprachlichen Äußerungen einen Kontext und eine Bedeutung, sie evozieren – und werden von Vertreter*innen der Medien unhinterfragt übernommen. Denn Narrative emotionalisieren, sorgen für Interaktion mit den Leser*innen, für Klickzahlen und Fans. Dass Narrative auch exklusiv wirken, ganze Menschengruppen ausgrenzen, wird dabei oft vergessen: Von Selfmade-Women und Putzfrauen, die Millionärinnen werden, fehlt in der Sprache bislang jede Spur.

Narrative konstruieren also Sachverhalte, die zumindest partielle Entsprechungen mit der Realität aufweisen: Im Jahr 2020 waren zum Beispiel gerade einmal 31 Prozent Frauen unter den deutschen Millionär*innen (Schröder et al. 2020) zu finden.

Was also muss geschehen, damit Selfmade-Putzfrauen zu Millionärinnen werden? Wir denken, ein Schlüssel liegt im radikalen Aufbrechen von Machstrukturen und Herrschaftsverhältnissen in der Wissensproduktion einer Gesellschaft entlang der Frage, „wie es kommt, dass ich lehre, was ihr wissen könnt“ (Eckert 2014 S. 51). Mit anderen Worten: Decolonize your Professor!

Die Abteilung Medien und Interaktion des PK NRW ist die Vernetzungsplattform forschungsstarker Professor*innen und Promovierender aus Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten, die die menschzentrierten Herausforderungen und Möglichkeiten der Mediatisierung und Digitalisierung der Gesellschaft analysieren und forschend gestalten.

Weitere Informationen zu der Abteilung und dem PK NRW finden Sie auf dieser Internetseite.

Bei Fragen zu der Abteilung wenden Sie sich gerne an unsere Koordination Dr. Gregor Rehmer (gregor.rehmer(at)gi-nrw.de).

 

*Die bei der Anmeldung erhobenen Daten dienen ausschließlich der Zusendung des Zugangslinks für den Zoom-Meeting-Raum und werden von uns nicht dauerhaft gespeichert oder anderweitig verwendet. Darüber hinaus gilt die Zoom Datenschutzerklärung.